Diagnose von Kinderdiabetes

Die Diagnose von Kinderdiabetes ist über die Messung des Blutzuckers möglich. Dabei wird in der Regel der Glukosegehalt des Blutplasmas gemessen. Um einen Diabetes zu diagnostizieren, muss mindestens zweimal ein erhöhter Blutzuckerwert gemessen werden. Dies geschieht in der Regel nach dem Auftreten eines oder mehrerer Symptome, die auf die „Zuckerkrankheit“ hinweisen. Diese sind bei beiden Diabetes-Typen ein starkes Durstgefühl, häufiger Harndrang, Abgeschlagenheit und extreme Blutzuckerwerte. Da Kinder die Symptome oft selber schwer erkennen können, ist eine genaue Beobachtung des Kindes wichtig, auch weil bei Diabetes Typ 2 die Symptome uneindeutiger sind und oft jahrelang unentdeckt bleiben. Die Messung des Blutzuckers sollte zeitnah nach der Blutentnahme erfolgen und mittels eines geprüften Messgeräts durchgeführt werden.

Gelegenheits- und Nüchtern-Blutzucker können gemessen werden

Der Blutzuckerwert gilt als erhöht, wenn der Gelegenheitsblutzucker – gemessen zu einer beliebigen Tageszeit und unabhängig von den Mahlzeiten – 200 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) oder mehr beträgt und der Nüchtern-Blutzucker – hierbei sollte der Untersuchende mindestens acht Stunden nichts gegessen haben – 126 mg/dl oder mehr beträgt. Der Nüchtern-Blutzucker wird zur Diagnose bevorzugt herangezogen. In jedem Fall sollte eine zweite Messung vorgenommen werden, um die Diagnosesicherheit zu gewährleisten. Hinsichtlich Alter und Geschlecht des Kindes werden die Messwerte nicht unterschieden.

Der Orale Glukosetoleranztest (OGTT)

Ergibt die Nüchtern-Blutzuckermessung einen uneindeutigen Wert zwischen 100 und 125 mg/dl, wird als nächster Diagnoseschritt der sogenannte Orale Glukosetoleranztest (OGTT) durchgeführt. Mittels dieses Zuckerbelastungstests soll untersucht werden, wie gut der Körper des Kindes Zucker verwerten kann. Die untersuchte Person sollte seit zehn Stunden vor Beginn des Tests nüchtern sein und sich seit drei Tagen kohlehydratreich ernährt haben. Der Test sollte im Sitzen oder Liegen durchgeführt werden.

Zunächst wird der Blutzuckerwert im nüchternen Zustand gemessen. Dem Kind wird dann eine standardisierte Trinklösung mit 75 mg Glukose verabreicht, die binnen 5 Minuten getrunken werden sollte. Direkt danach und zwei Stunden später wird der Blutzucker gemessen. Beträgt der Wert nach 120 Minuten 200 mg/dl oder mehr, ist die Diagnose Diabetes eindeutig. Liegt der Wert zwischen 140 und 200 mg/dl, spricht man von einer gestörten Glukosetoleranz, die Vorstufe zum Kinderdiabetes sein kann. Eine gestörte Glukosetoleranz kann als Warnschwelle funktionieren und einem Diabetes vorbeugen, sofern die Ess- und Bewegungsgewohnheiten des Kindes verändert werden.

Der Antikörpertest

Kinder, die ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 1 aufweisen, weil beispielsweise ein Elternteil Diabetiker ist, können testen lassen, ob verschiedene Antikörper vorhanden sind. Aufgrund deren Anzahl und Konzentration kann das Risiko, an Diabetes zu erkranken, beurteilt werden, wobei keine 100-prozentige Aussage getroffen werden kann.

Bestimmung des HbA1c-Werts

Zur Diagnose von Kinderdiabetes können verschiedene Werte gemessen werden, die auf Diabetes hinweisen. Der sogenannte HbA1c-Wert ist ein Langzeit-Blutzuckerwert, der prozentual den durchschnittlichen Blutzuckerwert innerhalb von sechs bis zehn Wochen vor der Messung angibt. Gemessen wird der Anteil an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin/Hb), der eine Verbindung mit Glukose eingegangen ist. Ein wegen Diabetes behandeltes Kind sollte dabei einen HbA1c-Wert von unter 6,5–7 % aufweisen.

Zur Unterscheidung zwischen Kinderdiabetes Typ 1 und Typ 2 kann außerdem das sogenannte C-Peptid gemessen werden, das ein Teil des Hormonvorläufers Proinsulin ist und in gleichem Maße wie Insulin von der Bauchspeicheldrüse abgegeben wird. Bei Kinderdiabetes Typ 1 ist es gering bis gar nicht vorhanden, bei Kinderdiabetes Typ 2 ist der C-Peptid-Wert durch die Überproduktion von Insulin erhöht.

Die Urinuntersuchung

Der Glukosegehalt im Urin kann bei einem Blutzuckergehalt ab 180 mg/dl gemessen werden, weil die Niere bei diesen Werten die Glukose nicht mehr resorbiert und den Zucker mit dem Urin ausscheidet. Die Nierenschwelle für Glukose gilt dann als überschritten und es liegt eine sogenannte Glukosurie vor. Die Glukosemessung im Urin allein ist allerdings nicht ausreichend für die Diagnose von Kinderdiabetes, weil die Blutzuckermessung zeitgemäßer und genauer ist.

Ebenso im Urin nachweisbar sind sogenannte Ketonkörper (Ketonurie). Diese Produkte des Kohlehydratstoffwechsels in der Leber ernähren die Zellen, die aufgrund des Insulinmangels keinen Zucker verwerten können. Das Auffinden dieser Körper im Urin mittels eines Teststreifens kann ein Hinweis auf Kinderdiabetes sein.

Folgeuntersuchungen nach Diagnosestellung

Auch im jungen Alter sollten nach der Diagnose eines Kinderdiabetes bereits weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um eventuelle Folgekrankheiten so frühzeitig wie möglich erkennen und behandeln zu können. Dazu gehören die Untersuchung des Augenhintergrundes, der Nieren- und Blutfettwerte und des Blutdrucks. Auch Kinder sollten schon einen sogenannten Diabetes-Pass führen, in den alle Untersuchungen eingetragen werden können.

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